Bärtierchen – die unzerstörbaren Winzlinge
Eine kurze Infoseite über das zäheste Tier der Erde
Bärtierchen sind mikroskopisch kleine, achtbeinige Tiere, die aussehen wie winzige Staubsaugerbeutel mit Klauen. Berühmt sind sie für eine Fähigkeit, die sonst kaum ein Lebewesen besitzt: Sie können ihren Stoffwechsel fast vollständig herunterfahren und in diesem Zustand Bedingungen überstehen, die für nahezu jedes andere Tier tödlich sind.
Fakt des Tages
Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name | Tardigrada |
|---|---|
| Entdeckt | 1773 von Johann August Ephraim Goeze |
| Größe | 0,1 – 1,5 mm |
| Beine | 8, mit Krallen oder Haftscheiben |
| Lebensraum | Moos, Flechten, Süßwasser, Tiefsee |
| Lebensdauer aktiv | 3 – 30 Monate |
Warum sie so zäh sind
Bei Trockenheit zieht sich das Tier zu einem sogenannten „Tönnchen“ zusammen, verliert bis zu 97 % seines Wassers und produziert Schutzstoffe, die empfindliche Zellstrukturen wie in Glas einbetten. Ein spezielles Protein (Dsup) schirmt zusätzlich das Erbgut vor Strahlung ab. Kommt wieder Wasser dazu, erwacht das Bärtierchen innerhalb weniger Stunden.
Alle Fakten auf einen Blick
- Bärtierchen (Tardigrada) sind meist 0,1 bis 1,5 Millimeter groß.
- Sie überleben Temperaturen von −272 °C bis über +150 °C.
- Im Tönnchen-Zustand (Kryptobiose) kommen sie jahrzehntelang ohne Wasser aus.
- Sie halten Druck aus, der dem Sechsfachen der tiefsten Meeresstelle entspricht.
- 2007 überlebten Bärtierchen zehn Tage ungeschützt im Weltall.
- Es sind über 1.300 Arten beschrieben – auf allen Kontinenten.